Taiji Quan

Taiji Quan hat sich sowohl in Asien wie auch im Westen einen Namen gemacht als Kampf- und Bewegungskunst.

Der Name Taiji Quan, auch Tai Chi Chuan geschrieben, stammt aus der chinesischen Kosmologie und beschreibt das harmonische Wechselspiel der beiden komplementären Urkräfte Yin und Yang. Die drei Schriftzeichen für die Begriffe Tai, Chi und Chuan lassen sich sinngemäß als „höchste/vollendete Kampfkunst“ übersetzen.

Taiji Quan gilt als sogenannte “weiche” Kampfkunst, dem Prinzip entsprechend, dass das Weiche das Harte überwindet, wie beispielsweise Wasser um einen Fels herumströmt und diesen mit der Zeit erodiert. Auf Kampf bezogen bedeutet es den Gegner in seiner Struktur und Bewegung zu erkennen und sich ihm anzupassen, ihm nicht direkt zu widerstehen, und seine Strukturschwachpunkte auszunutzen, um ihn zu überwinden.

Charakteristisch beim Üben sind die langsamen, fließenden Bewegungen in Harmonie mit der Atmung und die entspannte Haltung von Körper und Geist. Anders als bei anderen Kampfkünsten (Karate, Kung Fu, Tae Kwon Do, Kickboxen etc.) liegt der Fokus auf ganzheitliche Wahrnehmung des Bewegungsapparates, der Energie oder des Qi, und der Aufmerksamkeit oder des Bewußtseins. Diese Wahrnehmung wird durch Übung geschult und kann extrem verfeinert werden.

Obwohl Taiji Quan ursprünglich als Kampfkunst entwickelt und gelehrt wurde, liegt der Fokus heutzutage meistens auf Entspannung, Meditation und Gesundheit. Um das gesammte Potential von Taiji Quan auszuschöpfen, muss allerdings der Aspekt der Kampfkunst berücksichtigt werden. Nur so kann der Übende die Bewegungen wirklich verstehen und sie mit Sinn und Absicht füllen. Die Form (ein Bewegungsablauf aus vielen individuellen, aneinander gereihten, kurzen taktischen Bewegungseinheiten) wird zu einem stilisierten Kampf, in der eine Aktion nahtlos in die andere übergeht und der Übende mit dem Geist die Absicht jeder Bewegung projiziert. Körper und Geist werden eins und es gibt keine “sinnleeren” Bewegungen oder Lücken in der Wahrnehmung.

Das Üben von Taiji Quan stimuliert die Produktion der Synova (Gelenkschmierflüssigkeit) und der Lymphflüssigkeit und stärkt somit die Gelenke und das Immunsystem. Taiji Quan verbessert die Bewegungskoordination, den Gleichgewichtssinn und die Atmung. Die Muskulatur und Sehnen werden entspannt und mit dem Bindegewebe tonisiert. Bei regelmäßiger Übung können sich mit der Zeit Energieblockaden im Körper auflösen und das Nervensystem wird harmonisiert. Körper und Geist erzeugen gemeinsam ein vitales bio-elektromagentisches Strahlungsfeld und es bildet sich mehr Bioplasma (Qi), was die interzellulärer Intelligenz und Kommunikation fördert.

Traditionell werden zusätzlich zu der sogennanten Handform auch Tui Shou (schiebende Hände), Schwert-, Säbel- und Stockformen gelehrt, besonders wenn die Kampfkunst im Vordergrund steht.